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Kleider, Kleider, Kleider

Schnittmuster Kleid ConnieEin Kleid kann die Frau immer tragen, egal zu welcher Gelegenheit. Denkt doch einmal an früher, als die Frauen nur Kleider und Röcke getragen haben. Ob sie nun fein ausgegangen sind, sich um die Kinder gekümmert haben oder zur Arbeit. Ja sogar auch auf dem Feld. Und es ging immer mit dem Kleid, bzw. Rock. Leider hat die Hose, allem voran die Jeans das Frauenbild etwas zu stark verändert. Sie ist zwar bequem, aber nicht unbedingt schön. Damit meine ich nicht die Frauen die die Hosen tragen, nein die Hosenform oder die Gestaltung mancher Hosen. Das ist natürlich eine Ansichtssache.

Mir ist auch aufgefallen (vielleicht bilde ich es mir auch nur ein), dass mir manchmal einige Leute anders entgegenkommen. Im Geschäft oder in der Gaststätte werde ich doch freundlicher bedient, wenn ich mich etwas zurecht mache und nicht aussehe wie die Mehrheit, die nur schnell in eine Hose schlüpfen.

Schnittmuster 1161Kleider können so wahnsinnig vielseitig sein. Ob hauteng, locker & luftig, gewickelt, kurz, lang oder im Vintagestil, egal  sie sind alle schön und vor allem ist für jede Figur und jedem Geschmack etwas dabei. Jede Frau muss nur den richtigen Stil für sich finden.

Dieses Kleid im Stil Ende der 60er Anfang der 70er Jahre , ist gerade geschnitten. Mit dem 3/4 Arm passt es in fast jede Jahreszeit hinein. Nur im bitterkaltem Winter würde ich es nicht anziehen, da ziehe auch ich die Hose vor. Durch die gerade Schnittführung ist es ein sehr bequemes Kleid. Nichts drückt, keine Pölsterchen sind zu erkennen, einfach nur bequem. Die beiden Reißverschlüsse dienen nicht nur der Zierde, nein es verbergen sich Taschen dahinter. Unbedingt sollte sich die Trägerin des Kleides die Länge je nach Frauentyp und Körpergröße anpassen. Und da haben wir es, bequem und Alltagstauglichkeit. Für mich steht schon fest, es wird eins meiner Lieblingskleider. Kleider-Schnittmuster

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Alles über Abnäher

Abnäher

Wozu sind Abnäher da, brauche ich Abnäher, sind diese Dinger wirklich nötig?

In einem meiner Nähkurse wurden diese Fragen gestellt. Nach einer kurzen knappen Antwort von mir, (wir sind doch nicht ein gerades Stück Fleisch) wurde recht ausführlich drüber diskutiert. Auch für mich wurde es ein interessantes Gespräch und ich dachte mir, schreibe ich hier einmal über Abnäher.

Abnäher wozu? Wir haben Kurven, sind an einigen Körperteilen breiter und länger als an anderen. Die Abnäher brauchen wir um genau diese breiteren und längeren Stellen so zu gestalten, dass keine Falten im Kleidungsstück entstehen, es nicht spannt oder im schlimmsten Fall nicht passt. Die meisten Schnittmuster aus Jersey die im Internet angeboten werden, haben keine Abnäher. Bei vielen geht das auch, da diese recht gerade geschnitten sind oder der Stoff sehr bi-elastisch ist. Bei denen die Figurbetont sind, spannt es über den Busen oder schlägt Falten am Armloch. Und damit sind wir auch schon bei dem Abnäher, den die meisten nicht gerne nähen, in den Webstoffen aber nicht fehlen darf. Dem Brustabnäher. Um ein Kleidungsstück im Vorderteil in die richtige Passform zu verleihen, nähen wir Abnäher. Da es da sehr unterschiedliche Rundungen gibt, die bei manchen Frauen recht üppigen ausfallen, haben die Abnäher auch eine unterschiedliche Größe. Das Vorderteil muss durch den Busen länger und in Brusthöhe weiter sein. Diese Mehrweite brauchen wir aber weder an der Seite, an der Schulter oder gar in der Mitte. Also muss ein Abnäher her. Der nimmt die überschüssige Weite an der (meistens) Seitennaht weg. Und da der Abnäher spitz ausläuft, erhält er an der Spitzt die Weite und Länge die wir am Busen brauchen. Abb. 1

Grundschnitt mit AN
Abb. 1

 

Mehrweite an der Seitennaht, die Spitze im Brustbereich.

 

 

 

Muss der Brustabnäher gerade zur Seitennaht verlaufen? Ein klares nein und das gilt für alle Abnäher. Der Brustabnäher kann zur Schulter, ins Armloch, zu Taille oder sogar zur vorderen Mitte hin verlaufen. Abb. 2

AN Verlegung2
Abb. 2     Abnäher zur Schulter, zum Halsloch, zur vorderen Mitte und ins Armloch verlegt.

Abnäher können auch im Bogen gestaltet werden, wie beim Shirt Doris, siehe hier. Da wurden sogar noch Taschen mit eingearbeitet. Sie können auch in Teilungsnähte versteckt werden. Sie müssen auch nicht an beiden Seiten (rechts, links) gleich verlaufen. Das ist beim Kleid Amelie (siehe hier) sehr gut zu sehen. Ein Abnäher verläuft zur Taillennaht der andere zum Ausschnitt. Im Prinzip können Abnäher ein Kleidungsstück zum Schmuckstück werden lassen. Sie müssen nur gut platziert und geformt werden.

Wie Abnäher richtig nähen? Das fängt schon beim Zuschneiden an. Der Abnäher hat in den meisten Fällen an der breiten Seite eine entgegengesetzte Spitze, die nach außen zeigt. Siehe Abb. 3

AN wohin legen
Abb. 3

Diese Spitze darf nicht weggeschnitten werden, auch nicht wenn der Abnäher genäht ist. Warum, das kommt noch.

Die rot gestrichelten Linien zeigen wo der Abnäherinhalt hingebügelt werden soll. Das erklärt die unterschiedlichen Formen vom Abnäher nach außen.

 

 

Die Abnäherlinien die auf den Stoff übertragen wurden, heißen Abnäherschenkel. Dazwischen ist der Abnäherinhalt. Abb. 4

Abnäherschenkel
Abb. 4

Die beiden Abnäherschenkel werden aufeinander gelegt und mit Stecknadeln fixiert. Mit dem nähen sollte von der breiten Seite (z.B. Seitennaht) aus begonnen werden und zur Spitze ganz schmal auslaufen genäht werden. Nun wird der Abnäherinhalt von der Spitze aus in die nach Anleitung angegebene Richtung gebügelt. Jetzt wird klar, warum die nach außen zeigende Spitze da ist. Diese schließt bündig mit der Außenkante ab. Abb. 5

Abnäher genäht
Abb. 5

In Abb. 5 zeigt die rot gestrichelte Linie den nach unten gebügelte Abnäherinhalt an. Die Enden vom Abnäher schließen mit der Außenkante ab.

Abnäher genäht2
Abb. 6

Wenn diese Spitzen gerade abgeschnitten werden und der Abnäher gebügelt wird, ist deutlich zu sehen, dass die Spitze nicht bis zur Außenkante reicht. Sie fehlt dann ganz einfach.  Das Ergebnis: der Abnäherinhalt hängt lose im Kleidungsstück. Abb. 6

Wenn der Abnäher dann aber bis zur Außenkannte gezogen wird (was noch schlimmer ist), zieht es von der Naht her zum Brustpunkt.

 

Mit den Taillenabnähern verhält es sich ähnlich. Nur kann ich diese nicht an eine Außenkante verlegen. Da der Abnäherinhalt auch in der Taille bleiben muss. Sonst macht dieser Abnäher  keinen Sinn.

Abnäher ob Brust- oder Taillenabnäher kannst du auch nur zur Falte legen. Sie werden an der Nahtkannte aufeinander gelegt und dort mitgenäht. Oft zu sehen bei Bundfaltenhosen.

Anregungen und Kommentare sind wie immer erwünscht.

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Wie verarbeite ich Jersey richtig

Jersey nähen
Generell solltet ihr Stoffe (ausgenommen Vlies) vor der Verarbeitung unter Berücksichtigung der Pflegesymbole waschen, wegen des Einlaufs und damit eventuelle Farbüberreste ausgewaschen werden.
Jersey gehört zu den Maschenwaren, ist also gestrickt und nicht gewebt. Dadurch erhält er seine Elastizität.
Man unterscheidet im Wesentlichen Single-Jersey und Double-Jersey (Romanit und Interlock). Der Unterschied steckt im Namen: Double-Jerseys sind etwas schwerer als Single-Jerseys und außerdem formstabiler und doppelflächig, d.h. sie haben zwei rechte Seiten. Sie sind etwas leichter zu vernähen, da sie sich an den Rändern nicht so stark einrollen.

Zuschneiden
Breitet den Jersey glatt auf dem Zuschneidetisch aus. Wenn du im Stoffbruch zuschneidest, falte den Stoff entsprechend. Nun sollte dein Jersey erst mal ungefähr ein paar Minuten ruhen. Diese Zeit braucht er, um sich zu seiner ursprünglichen Größe zusammenzuziehen (ansonsten könnten deine Schnittteile zu klein werden).
Der in den Schnittteilen eingezeichnete Fadenlauf entspricht dem Maschenlauf und muss beim Aufstecken der Schnittteile parallel zu den Längskanten (Webkanten) des Stoffes verlaufen. So wird gewährleistet, dass dein fertiges Kleidungsstück in Querrichtung dehnbar ist.
Anstatt die Schnittteile festzustecken, hat es sich bei Jersey auch bewährt, diese lediglich mit Gewichten auf dem Stoff zu fixieren. Anschließend entweder die Schnittlinien anzeichnen und die Teile mit der Schere ausschneiden oder direkt mit einem Rollschneider ausschneiden. In diesem Fall Schneidematte unterlegen nicht vergessen!
Typisch für Jersey ist das Einrollen an den Rändern, was das weitere Verarbeiten schwierig macht. Hierzu gibt es ein Trick. Ein Stück Formband oder Vlieseline G785 am Rand entlang aufgebügelt sorgt für Stabilität.

Nadeln
Auf keinen Fall eine normale Nähmaschinennadel. Die würde den Stoff verletzen. Für Jersey verwendest du eine Jerseynadel. Sie hat eine abgerundete, kugelförmige Spitze und sticht immer zwischen die Maschen. So kann keine Laufmasche im Stoff entstehen. Es gibt unterschiedliche Nadelstärken von 70 – 90, je dünner das Material, desto niedriger die Nadelstärke.
Für Sweatshirtstoffe solltest du ebenfalls eine Jerseynadeln nehmen, jedoch in einer Stärke von 80 oder 90. Für gröbere Maschenware (Strick), für feste Stoffe mit Stretchanteil oder feste bi-elastische Stoffe empfiehlt sich die Verwendung einer Stretchnadel. Auch hier gilt: je dünner das Material desto niedriger die Nadelstärke. Stretchnadeln haben eine größere abgerundete Spitze als Jerseynadeln.

Nähgarn
Bitte kein elastisches Garn nehmen. Elastische Nähte entstehen durch die Stichart, nicht durch das Garn. Wichtig ist, und das gilt generell für alle Arbeiten an der Nähmaschine, dass du qualitativ hochwertiges Nähgarn verwendest. Bitte kein billiges Schnäppchengarn aus dem Supermarkt oder altes Garn aus Omas Nähkästchen. Das ist oft spröde und reißt. Viele glauben dann, es läge an ihrer Nähmaschine oder an der Fadenspannung.

Nähen
So wie es unterschiedlich elastische Stoffqualitäten gibt, so sind auch die Stiche unterschiedlich elastisch. Einige sind nur zum Zusammennähen zweier Stofflagen geeignet, andere versäubern die Stoffkante gleich mit, wieder andere kann man zum Säumen nehmen.
Was auch immer du vorhast, das Wichtigste ist das Ausprobieren im Vorfeld. Verwende Reststücke deines Materials und nähe eine längere Strecke. Erst wenn du mit dem Stichbild zufrieden bist, kann es losgehen. Denn dehnbare Stiche lassen sich nicht so gut auftrennen, wie Geradstiche beim Webstoff z.B. Baumwolle. Beim Nähen ist das Wichtigste, dass du die Nähmaschine den Stoff führen lässt und möglichst wenig Zug ausübst. Kommt während des Nähens zu viel Zug auf den Stoff, zieht er sich nach dem nähen wie Gummi zusammen und es entstehen Wellen.
Die Fäden haben natürlich eine gewisse Spannung und wenn man zu knapp am Anfang oder Rand näht, dann zieht es den Jersey in die Nähmaschine.
Beim Nahtanfang beide Fäden beim losnähen festhalten und wenigstens einen halben Zentimeter Stoff lassen bevor die Naht beginnt. Zudem reichlich Nahtzugabe lassen. Je dünner der Stoff umso größer die Nahtzugabe. Bei einem dicken Jersey können 0,5 Zentimeter ausreichen. Bei einem dünnen kann es durchaus 1 Zentimeter sein.
Zum zusammennähen zweier Teile,  nähst du mit schmal eingestelltem Zickzackstich (Stichlänge ca. 2,5 mm, Stichbreite ca. 0,5 mm) oder einem Elastikstich (Näheres dazu findest du im Anleitungsheft der Maschine).
Stoffkanten versäuberst du mit großen Zickzackstichen.
Was mache ich, wenn sich der Stoff einmal in den Transport festklemmt?
Es kann passieren dass bei dünnem Jersey mitten in der Naht, Stoff im Transporteur zieht und stecken bleibt. Dann sofort anhalten und auf gar keinen Fall mit Gewalt am Stoff ziehen. Ganz vorsichtig den oberen und unteren Faden versuchen abzuschneiden. Bei Bedarf die Stichplatte abschrauben und den Stoff vorsichtig aus der Stichplatte herausholen. Wendet man zu viel Kraft beim heraus ziehen auf, verstellt sich der Greifer und die Maschine muss in Reparatur.

Ideal zum Nähen von Jersey ist eine 4-fädige Overlockmaschine. Die Nähte sind elastisch und strapazierfähig. Sie werden in einem Arbeitsgang genäht und versäubert. Genäht wird mit 4 Fäden. 2 Nadelfäden und 2 Greiferfäden.

Saum nähen
Säume nähst du am besten mit der Zwillingsnadel. Dafür muss ein zweiter Garnrollenhalter vorhanden sein. Die zweite Garnrolle wird ebenso eingefädelt wie die erste.
Den Saum am besten vorab umbügeln. Versäubern ist nicht notwendig, das passiert beim Nähen mit der Zwillingsnadel automatisch. Jetzt mit dem Geradstich und Stichlänge 3-4 nähen. Da hier zwei Nähte mit einem Unterfaden verbunden sind, ist die Zwillingsnaht elastisch.
Die Zwillingsnadel kann übrigens auch zum Aufsetzen von Taschen auf Shirts verwendet werden  oder man steppt (Hals)Bündchen damit auf der rechten Seite ab, damit die Nahtzugabe schön flach liegt. Wichtig beim nähen mit der Zwillingsnadel ist, dass du nur mit dem Gradstich nähst. Beim zickzack oder anderen Zierstichen würde dir die Nadel sofort abbrechen.

Bügeln
Möglichst nicht quer, sondern immer in Maschenrichtung (Längsrichtung) bügeln.
Die Bügeltemperatur richtet sich nach dem Material, bei Fasermischungen nach der empfindlicheren Faser. Grundsätzlich gilt: vorher an einem Stoffrest testen!

Jersey und Maschenware in Bestform
Damit sich Kragen und Verschlusskanten nicht verziehen können, werden sie mit Einlage stabilisiert. Am besten geeignet ist die Gewebeeinlage Vlieseline G 785. Sie ist leicht bielastisch und gibt den nötigen Halt, aber der Stoff bleibt weich und schmiegsam. Sie wird trocken mit geringer Bügeltemperatur (Einstellung Seide) aufgebügelt.
Hals- und Armausschnittkanten bekommen mit aufbügelbarem Vlieseline, Formband den nötigen Halt.
Das Formband ist schräg zugeschnitten, sodass es sich um jede Rundung legen lässt. Zur Stabilisierung ist es 4 mm neben einer Kante mit Kettstich durchgesteppt. Dieser Kettstich soll beim Aufbügeln auf die Nahtlinie treffen. Nur bei Kanten, die später eingefasst werden, liegt der Kettstich dicht neben der markierten Nahtlinie auf dem Vorder- und Rückenteil.
Schulternähte können sich nicht ausdehnen, wenn du Formband aufbügelst oder beim Steppen einen ausgedehnten Futterschräg-streifen mitfasst.